10 Dinge, die man im Sommer in Innsbruck unternehmen muss

Innsbruck Inn

Innsbruck, Innsbruck, Innsbruck! Wer bei der Tiroler Landeshauptstadt nur an „irgendeinen größeren Ort in den Bergen“ denkt, der hat sich gewaltig geschnitten. Mich haben die Tage hier derart begeistert, es fällt mir wirklich schwer, weiterzugehen. Das Leben in Innschbruck ist schon richtig gut. Ob entspannen am Inn, ein Sprung in den Baggersee, Sport auf der Nordkette oder Free Hiking aus dem Zentrum direkt in die Berge, die Stadt kann was! Ich war während meines Kurzaufenthalts viel unterwegs und habe eine kleine Liste an Dingen aufgestellt, die man meiner Meinung nach unbedingt machen sollte. Nicht alles konnte ich, ob des etwas regnerischen Wetters, persönlich ausprobieren, doch wurde mir von zahlreichen Quellen nahegelegt, dass die Unternehmungen richtig gut sind.

Die Nordkette

Ein Innsbruckklassiker, aber keineswegs eine reine Touristenaktivitäten. Bei der Fahrt hinaus waren großteils einheimische Biker, Wanderer und Besucher mit mir in der Gondel. Die Nordkette überragt Innsbruck und bietet einen einmaligen Ausblick auf Tirols Hauptstadt, das Inntal und die Berge ringsum. Mit zwei Umstiegen geht es vom Zentrum Innsbrucks in ca. 30 Minuten bis auf 2.300 Metern auf das Hafelekar.

Ausblick Innsbruck Wanderei
Etwas getrübt, aber trotzdem ein Traum: der Nordkettenausblick auf Innsbruck

Ich war überrascht, über das Angebot am Weg zur Nordkettenspitze. Da gibt es den Alpenzoo, einer der höchstgelegenen Tierparks Europas, zahlreiche kulinarische Einkehrmöglichkeiten, gut gefallen hat mir etwa das Hitt & Söhne, ein hippes Café bei der Hungerburg, inklusive Concept Store, manchmal gibt es im Sommer auch Open Air Events mit Blick auf Innsbruck. Um weiter hinaufzukommen, muss man von der Hungerbergbahn auf die Gondel zur Seegrube wechseln. Schnell geht es auf die über 1900 Meter, hoch schwebt man über den tapferen Wanderern, die sich zu Fuß hinauf kämpfen, aber auch die Mountainbiker, die mit einem Affenzahn über den Nordketten Singletrail hinunterbrettern, lassen sich beobachten. Schließlich gibt es auf der Nordkette Europas schwierigste Downhill-Strecke, auf 4,2 Kilometern geht es über zahlreiche Steilkurven und Felssprünge rund 1030 Höhenmeter runter.

Oben angekommen wartet ein unglaubliches Panorama, etwa fünf Gehminuten weiter ein „Steg ins Leere“ mit noch besserem Ausblick, beim gute besuchten Restaurant Seegrube, direkt bei der Bergstation, gibt es übrigens jeden Sonntag im Juli und August einen Jazzbrunch, aber auch sonst kann man dort täglich frühstücken, eine ermäßigte Auffahrt ist dabei bis 10 Uhr möglich. Leider wollte das Wetter bei meinem Besuch nicht zu 100% mitspielen, weshalb ich mir die Weiterfahrt zum Hafelekar gesparte habe. Von dort startet der Klettertrail zur Seegrube, entsprechende alpine Erfahrung und Kletterausrüstung ist dabei aber Pflicht, in rund vier Stunden gelangt man höchst abenteuerlich zurück zur Seegrube.

Steg Nordkette Wanderei
Ein Steg. Ein Mensch. Ein Ausblick.

Festivals & Open Airs im Sommer

Mehr als nur abwechslungsreich sind die Open Airs, die im Sommer in Innsbruck geboten werden. Am 16. Juni gibt es eine große Silent Disco am Wiltener Platzl, unter Innsbrucks Nachthimmel kann dabei mit den Kopfhörern zwischen zwei verschiedenen Musikrichtungen gewählt und getanzt werden. Am 30. Juni kommen alle Klassikfans auf ihre Kosten, bei Klassik am Berg, wird ein Konzert am Hausberg, dem Patscherkofel, auf 1965 Metern geboten, der Eintritt ist frei. Für die Patscherkofelbahn gibt es an diesem Tag spezielle Tarife. Weiter geht es ab 02. bis 29. Juli mit den Innsbrucker Promenadenkonzerten, täglich gibt es im Innenhofes der kaiserlichen Hofburg abwechslungsreiche Blasmusik.

Freunde der elektronischen Musik, so wie ich es einer bin, sollten am 14. und 15. Juli  Zeit auf der Nordkette einplanen. Bei der Seegrube auf über 1.900 Metern wird beim Wetterleuchten-Festival zwei Tage durchgefeiert. Ob man zwei Tage wach bleibt, oder ein Zelt zum Schlafen mitbringt, darf jeder für sich entscheiden, Tickets gibt es um 35 Euro (inklusive Gondelfahrt), sie sind aber streng limitiert.

In der 20. Jubiläumsausgabe gibt es das New Orleans Festival vom 19 – 22. Juli am Landhausplatz. Soul-, Funk oder Gospelbands bringen Südstaatenfeeling und einen Rhythmus, dem man sich definitiv nicht entziehen kann nach Innsbruck. Im August begeistert das Open Air Kino unter Sternen im Zeughaus, über 1000 Besucher finden im Innenhof vor der 160 Quadratmeterleinwand Platz. Das Programm steht schon fest und ist hier aufrufbar.

Sonnendeck

Ein ganz besonderes Schmankerl für das Outdoor-Feiervolk ist die Veranstaltungsreihe „Sonnendeck“, die ab und zu am Inn-Ufer gleich hinter der Alten Uni die Bässe wummern lässt. Allerdings ist hier auch eure Spontanität gefordert: Ob man sich abends mal wieder auf dem Sonnendeck versammelt, wird meist erst am selben Tag auf Facebook, oder auf dem Instagram-Account des Bonanza-Festivals bekanntgegeben. Ganz in der Manier eines waschechten Spontan-Raves also, so wie auch der Eintritt – der ist nämlich in alter Spontan-Sausen-Tradition frei. Den Organisatoren, die Innsbruck übrigens auch mit ihrem Bonanza-Festival (6. bis 7. Juli 2018) jedes Jahr ganz schön aufmischen, geht’s nicht um die schnöde Kohle – hier geht’s ums gemeinsame Feiern und um Trommelfellmassagen von vornehmlich lokalen Musikern und DJs, ganz ohne Konsumzwang.

Improvisierte Getränkestände gehören aber natürlich trotzdem dazu. Und leider auch die Sperrstunde um ungefähr 22 Uhr – spontane Partys sind eben meistens nur bis zum Ende des Hauptabendprogramms geduldet. Also haltet eure Social-Media-Augen offen – dieses bunte Treiben wollt ihr sicher nicht verpassen.

Badesee Rossau

Sommerzeit ist Badehosen-Zeit. Auch in Innsbruck. Und besonders gemütlich lässt es sich am „Baggersee“ plantschen. So nennen ihn nämlich die Einheimischen – nur falls ihr als Touris lieber undercover unterwegs seid. Zwar liegt er etwas außerhalb des Stadtzentrums, aber mit den Buslinien T und C ist er problemlos zu erreichen.

Hier ist also vom Sonne- bis zum Bratwurst-Brutzeln für alle etwas dabei.

Auf 53.000 Quadratmetern Liegewiese ist genug Platz für alle, die die Hitze quält. Wenn ihr zu den Wahnsinnigen gehört, die bei 35 Grad im Schatten trotzdem sporteln wollen (so wie zeitweise ich während der Wanderei), dann könnt ihr euch am Sportplatz austoben. Oder ihr beobachtet eure verrückten Sportler-Freunde lieber Kotelette-kauend von einer der vielen Grill-Stationen aus. Hier ist also vom Sonne- bis zum Bratwurst-Brutzeln für alle etwas dabei. Der Badesee hat von 5. Mai bis 16. September 2018 täglich ab 9:00 Uhr geöffnet. Eine Tageskarte kostet humane € 4,30 und gilt bis 18:00 Uhr. Danach ist der Eintritt nämlich –Sparfüchse aufgepasst! – frei.

Silent Cinema

Dass Freiluft-Kinos einerseits total angesagt sind, ihr andererseits aber beim Filmschauen am liebsten eure Ruhe habt, bringt euch in ein Dilemma? Nicht in Innsbruck! Auf der grünen Wiese des SOWI-Campus’ gibt’s hier nämlich von 19. Juli bis 26. August das Silent Cinema. An 15 Sommerabenden, immer ab Sonnenuntergang, gibt’s einen Querbeet-Mix durch die Filmgenres – von Blockbustern bis Familienunterhaltung. Hier bekommt ihr das komplette Open-Air-Kino-Erlebnis, könnt aber den Sound selbst regulieren: Denn auf den Kopfhörern des Silent Cinema habt ihr die Wahl zwischen deutscher Vertonung und Originalton. Oder ihr switcht immer mal wieder hin und her, um zu sehen, wie weit die Übersetzung vom Original abweicht. Das bleibt ganz euch überlassen. Jedenfalls kostet das stille Kino pro Person und Film 7,50 Euro. Und vergesst eure Lichtbild-Ausweise nicht: Nur mit ihnen könnt ihr euch die Kopfhörer ab 20:00 Uhr vor Ort ausleihen. Ohne die wird’s nämlich doch etwas zu still.

Historische Sternwarte im Botanischen Garten

Was gibt es im Sommer romantischeres, als nachts mit hinter dem Kopf verschränkten Armen in der Wiese zu liegen und in die Sterne zu schauen? Kaum etwas, außer vielleicht einen Spaziergang durch den Botanischen Garten von Innsbruck. Dort könnt ihr nämlich das „Sternderl-Schauen“ in der Historischen Sternwarte perfektionieren. Bereits 1904 erbaut, ist sie bis heute sehr gut erhalten und kann während des Unibetriebs mittwochs zwischen 16:30 und 18:30 Uhr besichtigt werden – Originalinstrumente zum Planeten-Beobachten inklusive. Und wenn euch die Sterne so gar nicht interessieren, könnt ihr, während eure Astro-Freunde den Jupiter suchen, über 5000 Pflanzenarten im Botanischen Garten bewundern. Von April bis Oktober hat er unter der Woche von 7:30 bis 18:00 Uhr geöffnet, samstags, sonn- und feiertags von 8:00 bis 18:00 Uhr.

Die neue Patscherkofelbahn

Zur echten Innsbruck-Experience gehört natürlich auch ein Besuch am Berg. Da bietet sich besonders der Patscherkofel an, der Hausberg der Innsbrucker. Seit Mai 2018 ist er nämlich fit für den Sommer und besitzt eine neue Seilbahn, die euch direkt in die hochgebirgige Wanderidylle bringt. Besonderes Highlight: Auf fast 2000 Höhenmetern sprießt hier der größte Zirbenbestand der Alpen. Den könnt ihr in vier Stunden Gehzeit auf dem Zirbenweg ausreichend erkunden. Eigentlich geht man von der Bergstation der Patscherkofelbahn über die Boscheben Alm und die Tulfein Alm zur Bergstation der Glungezerbahn. Mit ihr kann man von 16. Juni bis 9. September nur bis zur Mittelstation bergab fahren, weil in der unteren Sektion Umbauarbeiten stattfinden. Weiter geht’s also zu Fuß bis nach Tulfes – und dann mit dem Bus zurück zur Talstation der Patscherkofelbahn, wo der Wanderspaß von vorne losgeht, wenn ihr nach vier Stunden immer noch geradeaus gehen könnt. Auf dem Bild unten seht ihr gegenüber den Patscherkofel.

Die Gehfaulen unter euch sollten aber nicht gleich die Füße verweigernd übereinanderschlagen, wenn sie „vier Stunden“ hören: Von der neuen Patscherkofelbahn aus gibt’s noch zahlreiche andere Wandermöglichkeiten. Zum Beispiel könnt ihr an der Waldgrenze entlang wandern und gleichzeitig bei freiem Eintritt den höchstgelegenen Botanischen Garten Österreichs bestaunen. Der Alpengarten Patscherkofel ist quasi der kleine Bruder des Botanischen Gartens der Innsbrucker Universität und bietet an der Waldgrenze das perfekte Umfeld für natürlich vorkommende Pflanzenarten.

Eine Einzelfahrt auf der neuen Seilbahn kostet 15 Euro, Berg- und Talfahrt gemeinsam kommen auf 22 Euro. Der Zirbenweg inklusive Busticket kostet euch 19,50 Euro. Die Bahn ist täglich von 8:30 bis 17:00 Uhr geöffnet. Jeden Donnerstag gibt es außerdem von 18:00 bis 23:00 Uhr Abendfahrten.

Free Hiking

Das ist ja schon fast wie bei meiner Wanderei! Gratis Bergwandern kann man von Montag bis Samstag direkt weg von Innsbruck. Geprüfte Berg- und Wanderführer bringen euch dabei zu den schönsten Orten rund um die Landeshauptstadt und damit wohl auch ein wenig auf meine Pfade. Vorkenntnisse sind keine nötig und der Wanderbus holt die euch Bergfexe direkt in Innsbruck ab. Man benötigt aber eine Innsbruck Welcome-Card, welche man beim Check-In in jeder Unterkunft der Stadt erhält.

Pfaue und Ausstellungen in Schloss Ambras bestaunen

Im ältesten Museum der Welt, dem Schloss Ambras, welches in nur fünf Fahrminuten vom Zentrum zu erreichen ist, lässt sich eine Rüst-, Kunst- und Wunderkammer oder eine Habsburger Porträtgalerie betrachten. Für einen kleinen Eintritt kommt ihr ins Schloss. Meiner Meinung nach noch einen Tick spektakulärer ist aber der Schlosspark, der kostenlos besucht werden kann. Pfaue flanieren durch die herrliche Grünanlage und stehen als nächstes Motiv für Instagram bereit.

Pfau Schloss Ambras Wanderei
Stolz thronen die Pfaue vor dem schönen Schloss Ambras

Hinter dem Schloss kann man durch eine kleine Klamm spazieren, die einen vergessen lässt, in Innsbruck zu sein, so dicht wächst der Wald und plätschert der Wasserfall.

Schloss Ambras Wanderei Innsbruck
Abenteuerlich geht es direkt unterhalb von Schloss Ambras zu.

Rundwanderweg durch die Sillschlucht

Auch die Sillschlucht ist im Sommer eine ideale Alternative zur aufgeheizten und gehetzten Stadt. Ein Rundwanderweg startet bei der Wiltener Basilika in Innsbruck und führt euch schnurstracks zur rauschenden Sill. Zwei Brücken und Holzstege führen euch in der Sillschlucht kreuz und quer über Wasser, Stock und Stein. In der Schlucht finden übrigens auch immer wieder unangemeldete Partys statt, munkelt man zumindest.

Nach der Schlucht mündet der Wanderweg jedenfalls gleich ins nächste Innsbrucker Must-See: die Bergiselschanze! Entweder, ihr seht sie euch am Bergiselweg etwas genauer an, oder ihr biegt ins Tirol Panorama ab. Das Museum beherbergt so ziemlich alles Wissenswerte rund um Tirol, und vor allem das Herzstück der Tiroler Geschichte: das Riesenrundgemälde, das auf mehr als tausend Quadratmetern Leinwand die Kämpfe der dritten Bergiselschlacht vom 13. August 1809 als Teil des Tiroler Volksaufstandes abbildet. Unterirdisch ist das Museum mit dem Kaiserjägermuseum verbunden, das neben viel Geschichtsträchtigem vor allem ein herrliches Panorama-Fenster über Innsbruck zu bieten hat. Die Museen haben Mittwoch bis Samstag von 9:00 bis 17:00 Uhr geöffnet und kosten zusammen 8 Euro regulär.

Egal ob du den Sommer eher aktiv oder gemütlich genießen willst, badend oder feiernd, ich hoffe, dir coole Unternehmungen für Innsbruck gezeigt zu haben. Ganz viel Inspiration findest du ansonsten am Blog vom Innsbruck Tourismus. 

Wie es mir am Weg nach Innsbruck ergangen ist, lest du übrigens hier. 

Der Artikel entstand in Kooperation mit Innsbruck Tourismus

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