Etappe 18: Arthurhaus nach Golling

Wanderei Golling

Mein Tag begann mit einem Blick aus dem Fenster: Nebel, Nieselregen und Wolken. Auch nach dem Öffnen des Fensters und der kalten Luft, die gleich hereinströmte, war mir klar: definitiv Ende mit Sommer auf der Wanderei. Heute könnte ungemütlich werden, vor allem da fast 30 Kilometer bis Golling an der Salzach bewältigt werden mussten.

Hochkönig Arthurhaus
Keine Chance, heute einen Blick auf den Hochkönig zu bekommen.

Warm eingepackt und mit Haube auf dem Kopf starteten Eva und ich den Abstieg vom Arthurhaus, die Temperatur lag bei drei Grad. Kein anderer Wanderer war unterwegs, die Tiere des Hoteleigenen Streichelzoos schauten uns auch eher mitleidsvoll an. Der Abstieg war steil und teilweise extrem rutschig. Nicht nur einmal flog einer von uns fast auf die Nase. Doch der Ausblick und die Atmosphäre entschädigten das. Eine Landschaft wie auf den Azoren, Neuseeland oder aus dem Auenland ließen uns immer wieder stehenbleiben und inne halten. Das Gras war lang und feucht, rund um die Bäume hing der Nebel.

Kühe Wanderei
Auch die Kühe machten sich einen bequemen Sonntag

Je weiter wir nach unten kamen, umso mehr Sonne kam die durch die Nebelschwaden. Die glitschigen aber abenteuerlichen Wanderwege ließen wir hinter uns und wechselten auf eine Forststraße, die sich nach unten in Richtung Werfen schlängelte.

Spätestens, als wir die Musik eines Frühschoppens hörten, wussten wir, dass wir wieder in der Zivilisation angelangt waren. Leider war keine Zeit für eine Halbe oder einen Tanz zum Zillertaler Hochzeitsmarsch. Auf einem Feld mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Festung Hohenwerfen und der Sonne im Rücken machten wir schließlich Mittag. Und das gehört an dieser Stelle einmal gesagt, Cabanossi schmecken während oder nach dem Wandern – genauso wie ein Bier -einfach tausend Mal besser. Nach einigen Serpentinen kamen wir in Werfen an. Und damit hatte ich den dritten großen Fluss meiner Wanderei erreicht, nach Rhein und Inn, floss türkis die Salzach an mir vorbei, sie gab schon die richtige Richtung nach Salzburg vor

Salzach Wanderei
Hallo Pfarrwerfen, Hallo Salzach!

Trotz des regnerischen Wetterberichts und meiner morgendlichen Bedenken, schien immer noch die Sonne vom Himmel. In Werfen angekommen, war es jedoch vorbei mit idyllischen Wanderwegen, Murmeltieren und Kuhherden. Es folgten 17 km nach Golling an der Salzach. Und zwar direkt neben der Straße. Denn dieses Mal gab es weder einen Wanderweg, noch einen Radweg auf den ich ausweichen konnte. Eva entschied sich den Zug zu nehmen und dieses Stück zu überspringen. Die Glückliche! Das hätte ich an dieser Stelle auch gerne gemacht, aber die Wanderei geht vor. So ging ich 17 km meist direkt neben den Autos einer Steinwand entlang.

Straße Golling Wanderei
Willkommen auf der Straße zwischen Werfen und Golling!

Der einzige Vorteil: ich kam äußerst geschwind voran, scheinbar habe ich in den letzten drei Wanderei-Wochen tatsächlich eine gewisse Kondition aufgebaut. Das Tal wurde immer enger, die Abstände zwischen den Autos und mir immer knapper, aber schließlich erreichte ich den Pass Lueg, eine ehemalige Festungsanlage an der engsten Stelle des Tals. Vom Pass ging es nur noch hinab nach Golling, über einen Wiesenweg kam ich nach 29 Kilometern, 1400 Höhenmetern Abstieg und mit brennenden Füßen ans Ziel, das Hotel Adler.

Golling Wanderei
Hallo Golling, fesch bist!

Das Hotel Adler

Das Haus direkt im Ortszentrum von Golling, stellt den idealen Stützpunkt für Entdeckungen im Salzburger Land dar. Von hier aus ist man – wenn man nicht gerade so wie ich zu Fuß geht – in ca. 15 Autominuten in der Mozartstadt Salzburg. Doch es muss gar nicht die Landeshauptstadt sein, die man besucht, auch Golling selbst hat genug spannende Ausflugsziele zu bieten, etwa das Bluntautal, die berühmten Gollinger Wasserfälle oder die Erlebnisschlucht Salzachöfen. Die Gastgeberfamilie Galler verwöhnt in den großzügigen Zimmern und dem hauseigenen Restaurant mit stilvoller Einrichtung ihre Gäste. Mir wurde das Restaurant Adler sogar von mehreren Usern empfohlen, leider ist am Sonntag Ruhetag und konnte es nicht persönlich testen.

Hotel Adler Wanderei
Dieses herrliche Bett verlasse ich heute bestimmt nicht mehr!

Nichtsdestotrotz wurde ich herzlich empfangen und kann mich nun im Zimmer mit Terrasse entspannen und mich möglichst nicht mehr bewegen. Vom Außenbereich hat man übrigens sogar einen Blick auf einen kleinen Weingarten im ruhigen Innenhof. Ich bedanke mich bei der Familie Galler für die sehr nette Wanderei-Unterstützung. 

Hotel Adler Wanderei
Die tolle Terrasse mit Weingarten-Ausblick im Hotel Adler.

Fazit: Vor zwei Wochen haben mir die 30 Kilometer-Etappen noch richtig wehgetan, heute ging alles gut. Der Abstieg vom Arthurhaus war eine Herausforderung, wirklich steil und rutschig. Bei den 17 Kilometern neben der Straße hieß es einfach Augen zu und durch. Ich kann es selbst irgendwie gar nicht glauben, morgen schon in Salzburg anzukommen, dort gönne ich mir einen Ruhetag – nicht, weil ich körperlich so überanstrengend bin, sondern weil ich die Stadt einfach total gerne mag.

Blasencounter: 15
Schnitzelcounter: 3,2
Kilometercounter: 465
Spenden: 2325 € für die St. Anna Kinderkrebsforschung erlaufen

Hier lest ihr übrigens meine Empfehlungen für den Wilden Kaiser.

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